***** Neben Deep Purple, Led Zeppelin und Black Sabbath gehört Uriah Heep zu den Pionierbands des modernen Heavy Metals. Die 1969 von Ken Hensley, David Byron und Mick Box gegründete Gruppe galt von Anfang an als eine der lautesten und härtesten Gruppen überhaupt. Das Lautstärke nicht unbedingt einen Qualitätsverlust bedeuten muß, bewiesen gleich mit ihrer ersten LP „...very ‘eavy, very ‘umble“. Musikalisch waren sie gleichgelagert wie Deep Purple, sprich auf einen satten Baß/Schlagzeug-Teppich konnten sich Gitarrist Mick Box und Keyboarder Ken Hensley nach Herzenlust austoben. Sie alle wurden jedoch von den beeindruckenden gesanglichen Leitungen von David Byron übertroffen. Dabei ließ das furchterregende Cover mit einer von Spinnweben übersäten verwesenden Leiche nichts Gutes erahnen. Apropos das Cover. Das erwies sich quasi als richtungsweisend für die spätere Heavy-Metal Szene der späten 70er Jahre, wo die Plattencover mit jeder Menge Totensymbole, Monster und dergleichen geziert waren. „...very ‘eavy, very ‘umble“ beginnt mit „Gypsy“, einem der frühen Uriah Heep Klassiker, der ihnen Anfang 1970 den ersten Singlehit in Deutschland bescherte. Bestimmt wird das lange Stück von Ken Hensleys dominierenden Orgelspiel und David Byrons Stimme. „Walking In Your Shadow“ ist ein zeitgemäßer Hardrocker, der durch ein markantes Gitarrenriff bestimmt wird. „Come Away Melinda“, die einzige Fremdkomposition auf dem Album, besticht durch seine melancholische Stimmung. Hier beweisen Mick Box, Ken Hensley, David Byron, Paul Newton, Ollie Olsson und Gastmusiker Colin Wood das sie auch die leisen Töne beherrschen. Hier kann David Byron einmal die „weiche“ Seite seiner außergewöhnlichen Stimme unter Beweis stellen. Den Refrain singt übrigens Ken Hensley. Im gleichen Jahr, 1970, gab es noch eine zweite Version von „Come Away Melinda“, und zwar von der englischen Hardrockgruppe UFO. Auch ihre Version kann sich hören lassen, kann der Version von Uriah Heep allerdings nicht das Wasser reichen. Wie facettenreich die Musik von Uriah Heep zu jenem Zeitpunkt war, zeigt „Lucy Blues“. Auf der Hammondorgel zaubert Ken Hensley einen fast magischen Blues und David Byron zeigt, daß er auch dieses Metier perfekt beherrscht. Kein Alptraum ist „Dreammare“, ein lupenreiner Hardrocker. Ein treibender Rocker ist auch „Real Turned On“. Ein für Uriah Heep typisches Stück ist „I’ll Keep On Trying“, durchsetzt mit treibenden Hammondakkorden und für eine Hard- und Heavygruppe untypischen Harmoniegesängen. Den Abschluß eines rundum gelungenen Debütalbums bildet „Wake Up (Set Your Sights)“. Hier zeichnen sich die Musiker einmal mehr durch ihre Spielfreude aus. Interessant ist das Fade-Out des Stücks, in dem Ken Hensley mittels des Mellotrons eine einzigartige Atmosphäre schafft. Wer Hardrock mag und gleichzeitig auch den melodiösen Aspekt nicht außer Acht läßt, dem kann man Uriah Heeps Debütalbum „...very ‘eavy, very ‘umble“ nur wärmstens empfehlen. |