Die Live-Platte ist der Offenbarungseid des Musikers. Nicht, dass man keinen Meineid schwören könnte, am Konzertdokument lässt sich in Zeiten elektronischer Postproduktion allerhand manipulieren. Schnell ist ein Applaus aufgefettet oder das eine oder andere Malheur vertuscht. Aber die Essenz eines Konzertes, das Einzigartige daran, das eigentlich gar nicht hör- sondern nur spürbare federnde Verbundensein der Künstler mit ihrem Publikum, das bleibt gottlob unsimulierbar. Solches Schwingen muss stattgefunden haben, sonst wird es auf jeder Platte fehlen.
Sabina Hank und Wilhelm Resetarits ist unter diesem Aspekt mit ihren "Abendliedern" das Kunststück eines vollkommenen Live-Albums gelungen. Denn für die Dauer eines Abends, einer Handvoll sparsam instrumentierter, unendlich behutsam arrangierter Lieder genießen die beiden eine ungeteilte, fast atemlose Aufmerksamkeit, gilt ihnen eine stille Berührtheit, die diese Platte so anstrengungslos und so lebendig macht.





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